Lichtblick

Lichtblick in Zeiten pandemiebedingter Vereinzelung: „The New Virtuosity: A Manifesto für Contemporary Sonic Practice“ von Cat Hope und Louise Devenish (2021). Die neue Virtuosität, die Hope und Devenish fordern, zeichnet sich durch gemeinschaftliches Musizieren anstelle von Einzelkämpfertum aus. Nicht die technische Höchstleistung als herkömmliche Spielart der Virtuosität, durch die der Einzelne sich von anderen abhebt, lässt Kreativität entstehen. Es ist der lebendige Austausch der Musizierenden und der respektvolle Umgang miteinander, der Innovatives hervorbringt. Ein Plädoyer für mehr Vertrauen, für mehr Spontaneität und für Mut zum experimentelleren Spiel! Mitunter mögen Videos und Streams dem Zuschauer die Einsamkeit in der Corona-Gesellschaft nur deutlicher vor Augen führen: leere Zuschauerreihen, kein Applaus, kein Kontakt zwischen Musikern und ihrem Publikum. Jeder ist in größtmöglicher Sicherheit, aber ist er auch überlebensfähig als Einzelwesen…? „The New Virtuosity“, wie Hope und Devenish sie im Mainifest verstehen, wendet sich ab vom Konkurrenzdenken eines Musikbetriebs, in dem der eine den anderen übertreffen will. Sie wirbt für eine Idee, bei der bisher Ungehörtes, Berührendes erst im Miteinander entsteht, sowohl im Zusammenspiel der Musiker als auch in der echten Begegnung zwischen Musiker und Publikum. Meine persönlichen Favoriten aus der Ideensammlung des Manifests: „Neue Virtuosität ist Energie, nicht Exklusivität.“ sowie „Neue Virtuosität ist großzügig.“ Was für wundervolle Gedanken!

MANIFESTO: CAT HOPE AND LOUISE DEVENISH

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